8. November 2019 | Predigt Handout

Wie das duftet…

Wie das duftet…

Ankommen

Ankommen – im Urlaub, Zuhause,…

Wir können nicht nur im Urlaub ankommen, sondern auch bei Menschen. Indem wir jemanden kennenlernen und uns etwas verbindet. Was ist, wenn du bei anderen Menschen ankommst und dann enttäuscht wirst? Wie gehst du damit um?

In dieser Predigt geht es um ankommen, genau hinschauen, das Problem sehen und die Frage: Und was jetzt? Es geht um Noah. Ein super Typ. Ein Ausnahmemensch. Ein Vorbild in seinem Lebenswandel. Mutig. Der einzige, der mit seiner Familie die Sintflut überlebt hat, weil er von Gott als gerecht angesehen wird. Er wird zum Hoffnungsschimmer, ein neuer Anfang für die ganze Menschheit.

Gott riecht

Da verließen Noah, seine Frau, seine Söhne und deren Frauen das Schiff, und alle Tiere und Vögel mit ihnen. Dann errichtete Noah dem Herrn einen Altar und brachte darauf je eines von allen reinen Tieren und allen reinen Vögeln als Brandopfer dar. (1. Mose 8,18-20)

Monatelang unterwegs. Eingesperrt in eine Kiste. Das erste, was Noah nach der langen Reise tut, ist, einen Altar zu bauen und Opfer darzubringen. Warum tut Noah das? Um Gott zu danken, dass er ihn bewahrt hat? Oder um Gott gnädig zu stimmen?

Noah bringt ein Ganzopfer dar. Das heißt, dieses Opfer wurde ganz verbrannt. Es gab auch Opfer, von denen man einen Teil essen durfte. Solche Ganzopfer haben zwei Bedeutungen: Man drückt damit aus, dass man sich Gott ganz hingibt – so wie das Tier Gott ganz gegeben wird.

Noah sagt Gott: Ich gehöre dir. Sagst du das Gott?

Die zweite Bedeutung hat mit Sünde zu tun: Wie geht man mit dem um, was nicht okay ist? Noah bringt ein Opfer für die Sünde. Er bittet Gott um Vergebung.

Ist denn jetzt – wo nur Noah und seine Familie übrig ist – nicht alles gut? Sind nicht alle bösen weg? Warum bringt Noah ein Opfer für die Sünden? Wen müssten wir wegsperren, damit alles gut wäre?

Noah ist ein gerechter Mensch. Und er ist böse. Beides. Und er weiß das. Wir sind nicht „aber“ (schlechte Seiten, aber wir tun ja so viel Gutes), sondern wir sind „und“. Gut und böse.

Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. 22 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8,21+22)

Gesagt wird nicht, dass Gott von dem Opfer besänftigt wird. Hingabe riecht gut. Hingabe sagt erstens: Ich bin ehrlich vor dir und zweitens: Ich stelle mich dir zur Verfügung.

Das Böse ist da. Sogar bei… Manchmal verlieren wir den realistischen Blick. Wenn dann bei jemandem etwas Böses auftaucht, sind wir enttäuscht und verwerfen sie oder ihn. Wir denken: Diese Person hat nichts mehr zu sagen.

Gott hat diesen realistischen Blick. Und obwohl er das sieht, beschließt er für sich, in sich, die Menschen nicht noch einmal zu zerschlagen.

Gott erinnert sich selbst

12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: 13 Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. 14 Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. 15 Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. 16 Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist. 17 Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden. (1. Mose 9)

Unser Text ist wie eine Meditation. Man hat das Gefühl, als würde ständig das gleiche wiederholt: Gott macht ein Zeichen… Gemeint ist nicht, dass Gott den Regenbogen erfindet und installiert, sondern er gibt dem Regenbogen eine Bedeutung. Gott sagt nicht: Der Bogen ist für euch. Sondern: Ich will ihn anschauen und mich erinnern. Warum? Ist Gott vergesslich?

Du musst Gott nicht daran erinnern, dass er gnädig sein soll. Wir müssen Gott nicht gnädig stimmen – nicht gnädig machen. Gott erinnert sich selbst. Er ist es in sich selbst.

Die Welt ist nicht so, wie sie sein sollte. Nachdem Noah die Arche verlassen hat, werden die Tiere als Nahrung freigegeben. Ab sofort haben sie Angst vor den Menschen. Sie flüchten. Gott regelt auch, was passiert, wenn ein Mensch einen Menschen umbringt. Wir sind gierig, verletzend. Wir beuten aus. Nicht umsonst haben wir Probleme mit dem Klima. Die Situation ist: Es ist nicht gut. Ungerechtigkeit muss irgendwie begrenzt werden. Eingedämmt. Angst und Schrecken gehören dazu. Trotzdem entschließt Gott sich, das Leben auf der Erde nicht noch einmal zu vernichten. Die Gnade besteht zunächst darin, dass es weitergeht und Unrecht „nur“ eingedämmt wird.

Fazit

Es bringt einen Wohlgeruch hervor, wenn ich mich an Gott wende, mich zur Verfügung stelle und ehrlich bleibe. Das lässt Gott aufmerken und Zuneigung empfinden. Nicht Formalitäten ist das, was einen Nutzen hat, sondern opfern: Mich bedanken, mich ihm anvertrauen, meine schlechten Seiten offenlegen, was ich hoffe, mein Leben hinhalten. Das riecht gut. Das geht Gott zu Herzen. Wenn wir etwas Religiöses tun, dann ist der Sinn, dass wir uns Gott hingeben. Ungeschminkt.

Manchmal kämpfen Kirchen gegeneinander, wie man etwas richtig versteht (!). Das sind interessante Fragen, wichtige, aber nicht die wesentlichen. Wesentlich ist nicht, ob ich exakt die richtige Form wähle, sondern was meine Haltung Gott gegenüber ist.

Frank Kamphaus sagt: „Christ ist, wer der Liebe Gottes glauben kann.“ (Franz Kamphaus: Wenn der Glaube konkret wird. Die Bergpredigt. S. 14) Wo versuchst du, Gott oder dein Gewissen zu beruhigen, ihn gnädig zu stimmen oder den Standard zu erfüllen? Das ist nicht der Sinn. Der Sinn ist, der Liebe Gottes zu glauben. Hast du Befürchtungen Gott gegenüber? Dass er dich abstraft? Dass dich irgendein Schicksalsschlag heimsucht? Schau dir den Regenbogen an und dann glaube, dass du der Liebe von Gott trauen kannst. Glaube, dass Gott sich gerade erinnert.

Noch viel stärker zeigt Jesus, dass wir Gottes Liebe glauben können. Er ist Gott bei uns. Wenn jemand Jesus kennenlernt und vertraut, dann ist das der Supercup. Da ist da Musik drin. Ich habe Hoffnung für jeden Menschen, wenn er nur Jesus kennenlernt.