21. Februar 2020 | Predigt Handout

Grenzerfahrung Lebenshaus

1 Unser Haus

Stell dir vor, dein Leben wäre ein Haus mit vielen Zimmern. Du kannst dich darin bewegen, in die Zimmer hineingehen und umschauen. Du entscheidest selbst, was du sehen willst und was nicht.

Wenn man sein Leben so betrachtet, dann stellt man fest, wo man gerne ist und wo nicht, wo man sich ständig aufhält und wo man eher selten ist, wo man gerne mal aufräumen will oder sogar renovieren. Und man sieht, was in den Zimmern steht und wer sich dort aufhält. Und vielleicht stellt man auch fest, dass es Räume gibt, in die man Gott gerne mal einladen möchte.

Der Flur…

Wie sieht es dort aus? Düster? Aufgeräumt? Schön dekoriert? Gehst du gerne durch den Flur?

Was sieht man im Flur? Offene Türen? Oder Schilder auf denen steht: „Privat“. „Kein Zugang“. „Explosiv“. „Maschinenraum“. „Für Unbefugte betreten verboten“.

Das Zimmer mit dem Namen „Neugierde“…

Früher war das mal das Kinderzimmer. Neugierig sein, wie etwas funktioniert, etwas erleben, Neues ausprobieren.

Das Wohnzimmer oder der Raum in den man Gäste einlädt…

Kannst du dich dort entspannen? Oder ist dein Wohnzimmer ein Arbeitszimmer geworden? Wo wohnst du? Und wie wohnst du?

2 Der Tresorraum

Ein paar Männer von Kirjat-Jearim in Israel haben einen Kasten im Dorf, der ihnen nicht ganz geheuer ist. Es ist der Kasten mit den zehn Geboten. Ein heiliger Gegenstand für Israel. Er stand für den Bund zwischen Gott und ihnen als Volk. Auf diese Lade musste man gut aufpassen. Und keine Fehler machen.

Sie bringen die Bundeslade in ein Haus auf dem Hügel der Stadt, das einem gewissen Abinadab gehört. Der hatte einen Sohn. Den heiligten sie – das heißt sie betrauen ihn für eine Aufgabe, nämlich diese Bundeslade zu bewachen. Den Kasten Gottes.

Gott schien gefährlich zu sein: Wer konnte sich Gott nähern? Wer konnte vor Gott bestehen?

Für Israel war dieser Zustand sinnbildlich. Mit der Bundeslade war Gott auf ein Minimum reduziert. Gut bewacht. Jemand kümmert sich darum. Da, aber doch weggeschlossen. Israel hatte einen Tresorraum. Er war das Ergebnis von einem traumatischen Erlebnis – nämlich die beiden letzten verlorenen Kriege.

Hast du auch einen Tresorraum? Es gibt schlechte Erlebnisse, die werden von einer guten Erfahrung aufgehoben. Andere Erlebnisse bleiben. Sie sind ein Stachel in uns. Wie besetzte Gebiete, in den wir nicht tun können, was wir wollen. Ein Feind in unseren Grenzen.

In ein paar Zimmern haben sich Leute eingenistet, die dort nichts verloren haben. Israel fehlt die Macht, sich dagegen zu wehren und bei uns tauchen die Personen immer wieder auf und tun in unserer Wohnung was sie wollen. Kennst du das?

Kann es sein, dass Gott in diesem Tresorraum ist? Warum auch immer hängen mit Gott schlechte Erfahrungen zusammen. Und weil du die schlechten Erfahrungen fürchtest, wird die Sache mit Gott gut bewacht.

Es ist nicht so, dass Gott verschwunden ist. Er ist in deinem Leben. Er gehört dazu. Aber der Umgang ist verkrampft, nicht frei.

3 Aufräumarbeiten (Zuständigkeiten klären)

Allen Israeliten tat es Leid, dass sie vom Herrn abgefallen waren, und sie trauerten darüber, dass er sie verlassen hatte. (1. Samuel 7,2)

Bei Israel kommt der Wunsch nach Gott auf. Mehr Nähe. Hilfe von ihm.

Was passiert eigentlich, wenn wir Gott wieder suchen? Was ist dann, wenn er kommt? Werden dann zuerst mal ein paar Verbotsschilder aufgehängt: Dieser Raum ist gesperrt?

Sie wollen befreiter in ihrem Haus wohnen. Und sie haben jemanden, den sie fragen können: Samuel.

Da sprach Samuel zu dem ganzen Haus Israel: Wenn ihr mit eurem ganzen Herzen zu dem HERRN umkehren wollt, dann tut die fremden Götter und die Astarot aus eurer Mitte weg! Und richtet euer Herz auf den HERRN und dient ihm allein! So wird er euch aus der Hand der Philister retten. (1. Samuel 7,3)

Gott hat nicht die Nase voll. Er hat dich nicht vergessen und er lehnt dich auch nicht ab. Im Gegenteil. Er wartet.

Wenn…

… im Sinne von „falls“: Falls ihr das wollt. Dann würde Samuel hinterfragen: Wollt ihr auch wirklich?

… im zeitlichen Sinn: Wenn ich in den Gottesdienst gehe, ist es schon hell. Zu diesem Zeitpunkt. Wenn, dann.

Mit ganzem Herzen meint, dass das komplette Herz eingeschlossen ist. Das ganze Haus. Jeder Raum. Wir öffnen Gott die Tür und damit die Tür zu jedem beliebigen Raum.

Vielleicht bist du noch zaghaft. Von ganzem Herzen heißt: Mach auf. Lass ihn hinein und verstecke nichts.

Israel hat Gott nicht ausgeschlossen, sondern begrenzt, mit Angst betrachtet. Und dann die Tür aufgemacht für andere, die helfen sollen.

Baal ist männlich. Baalim ist die Mehrzahl – also gleich mehrere Götter. Die Baalim sind kämpferisch. Sie kämpfen gegen Tod und Überschwemmung – also gegen das, was uns bedroht. Und sie sind für die Fruchtbarkeit zuständig. Für den Erfolg.

Wer ist bei dir für den Erfolg zuständig?

Israel hat sich auf jemanden eingelassen, der scheinbar Fruchtbarkeit garantieren kann, den man beeindrucken muss, dem man opfern muss. Vielleicht sind diese Götter auch in unser Haus eingezogen. Sie machen Angst: Pass auf, was alles passieren könnte. Ich kämpfe für dich.

Astarot ist nicht weniger kriegerisch als die Baalim. Sie sind weiblich. Auch sie kämpfen. Bei ihnen geht es um Liebe und in diesem Zusammenhang um Fruchtbarkeit.

Liebe ist ein wichtiges Stichwort. Wie bekomme ich es hin, geliebt zu werden? Wer sorgt dafür? Damit hängen einige Fragen zusammen: Was stellst du dar? Wie attraktiv bist du? Was ist dein Job? Was sagt dein Bankkonto? Was ist dein Bodymaßindex?

Welcher Wert und welcher Druck ist da genau in unserem Haus eingezogen? Wo haben sich Baalim und Astarot eingenistet? Wie genau sehen die bei uns aus?

Beides, sowohl Erfolg als auch Liebe sind ganz wichtige Begriffe für unser Leben. Wer will schon ein unfruchtbares Leben leben? Oder ohne Liebe? Samuel sagt: Die fremden Götter müssen raus. Nicht die Themen, aber die Antreiber. Die Götter sind falsch.

4 Angst und ihre Überwindung

Genau in diesem Augenblick geschieht etwas beängstigendes. Die Philister machen sich mobil und greifen an. Die Feinde.

Wann immer wir Gott unser Leben öffnen, kommt es zum Kampf. Es gibt genug Menschen, Meinungen, Antreiber, Götter, die einen Anspruch auf unser Haus geltend machen. Die wollen nicht einfach gehen.

Samuel übernimmt die Rolle des Richters. Das meint nicht: Derjenige der dich verurteilt. Sondern Samuel schafft Recht, räumt auf, zeigt wie alles wieder zurecht kommt.

Wen lässt du in dein Leben schauen? Wen fragst du, wie das Haus aufgeräumt werden kann? Wer darf dir das sagen? Dich unterstützen?